Sonntag, 27. April 2008

Detroit! Einmal Downtown und zurück

Ja, es gibt mich noch! Letzte Zeit war ziemlich stressig. Ihr wisst, arbeiten und lernen ... .

Da ich aber auch zur kulturellen Weiterbildung hier bin, stand vorletzte Woche das Zentrum der US-amerikanischen Automobilindustrie auf dem Programm. Da die offizielle Abschussrate weißer Touriss laut Internet gar nicht mal so weit über dem amerikanischen Durchschnitt liegt, planten wir gleich zwei Tage ein!
Samstag Vormittag wurde von Stesch nochmal die deutsche Flagge gehisst

und schon konnte es losgehen.
Doch wir verließen natürlich nicht blauäugig und unvorbereitet Lansing.
Um die Herausforderungen des Nachtlebens zu meistern, entschieden wir uns kurzer Hand für unsere Kneipe um die Ecke, Leo´s Logde.




Auch auf schlagkräftige Diskussionen wurde sich vorbereitet.





Ein schöner Schwinger ... . Und um dumme Kommentare gleich zu unterbinden. Ich war bereits am Klo. Sooo, dass sollte reichen.


Detroit ist ca. 1 1/2 Std. Autobahnfahrt von Lansing entfernt.

Prinzipiell ist das Autofahren in Amerika recht gemütlich. Tempomat rein und es geht meistens gerade aus. Jedoch sind es dann die kleinen Unterschiede in der Mentalität der Amerikaner, welche das ganze hier interessant machen. Man hat hier auf dem Highway meistens 3 Spuren, was toll ist. Aber im Land der Freiheit hat sich in den Köpfen anscheinend folgendes Programm festgesetzt.
Sobald nämlich der Amy seine Fahrspur gewählt hat, oder besser gesagt, in Besitz genommen hat, wird diese mit seiner Geschwindigeit bis zum Ende seines Weges "verteidigt."
D. h.
1. Ob Überholspur, Mittelspur oder ganz rechts, egaaal, die Spur wird gehalten wie ein Schützengraben bis zur letzten Mile. --> Rechts überholen (verboten) ist dadurch vorprogrammiert, macht auch fast jeder!
2. Stichwort: "Reißverschlussverfahren"!?! Anscheinend nicht Teil der amerikanischen Fahrprüfung.

Nach einem Abstecher über Auburn Hills(oberhalb Detroit) um Robert einen ehemaligen Fraunhofer Praktikanten abzuholen, ging es nun Richtung Detroit City(ca, 1,1 Mio.). Die Stadt ist so aufgebaut, das alle großen Stadtstraßen zum GM Headquarter führen. Auf dem Weg dahin, fährt man ewig durch die "Vororte" (ca. 3,8 Mio.). Durch reiche, von 99% Weißen bewohnten Vierteln und arme, meistens nur von schwarzen bewohnten Vierteln, deren Anteil Richtung Stadt stetig zunimmt. In Detroit sind gut 80 % Afro-Amerikaner.

Ihr kennt bestimmt das gefährliche Viertel mit der 8ten Mile (der Straße wo Eninem aufwuchs und er später auch ein Film darüber drehte). Dachten uns, was soll schon sein, im Film wird ja immer alles gepuscht. Also zumindestens durchfahren wird man wohl mal können.

Dann zeigte uns Robert das Fahrzeug, mit dem sich der Sheriff hier fortbewegt.



Darauf wurde der Basketballplatz mit den netten Jungs, welche alle das gleiche T-Shirt tragen schon mal umfahren.


Türknöpfe nach unten und Wagen in Bewegung halten.

Endlich angekommen in der Innenstadt.

Parkplatz finden in Detroit am Wochenende? Wirklich kein Problem. Die Stadt ist unter Tag wie ausgestorben. Ein größeres Problem könnte es werden, das Auto am abgestellten Ort wiederzufinden. Irgend so ein alter Mexikaner mit Besen in der Hand hat uns dann angeboten darauf acht zu geben.
Auf 5 Dollar runtergehandelt. Warum nicht.

Also das GM Building besteht aus 5 Türmen, wobei der höchste davon, in der Mitte sitzt.

Es ist, wie bereits gesagt, das Headquarter von General Motors und die Führungen im Gebäude sind umsonst. Da sind ma dabei!

Alle Automarken des Mutterkonzerns unter einem Dach vereint und mit vielen, vielen Modellen vertreten. Alte wie Neue!

Hat auch nen Wintergarten zum ausspannen.

Die Stadt am anderen Flussufer gehört zu Kanada (Name: Windsor)


Dann gings nach oben! Die Aussicht war an dem Tag leider bescheiden. Zu nebelig.


Aber die Aussicht wurde immer genutzt um den Verbleib unseres Auto zu kontrollieren. Ob der verschmitzt lächelnde Mexikaner noch mit Besen oder schon mit dem Brecheisen unterwegs ist.

Wir befanden uns im beinahe obersten Stockwerk in einem noblen Restaurant im Stil der 70er Jahre. Also erstmal standesgemäß Platz nehmen.

Danach ging es mit der Einschienenbahn direkt vom GM Building in die Stadt.

Dort gingen wir durch fast menschenleere Straßen. Kann einen wirklich Angst machen. Seit dem die Automobilindustrie in Amerika in den Seilen hängt, geht es der Stadt merklich dreckig, da sie ja hauptsächlich auf diesen Industriezweig setzte.
Folge davon sind "tote" Innenstädte und leerstehende Hochhäuser.

Man sieht untertags wirklich kein Schwein hier. Ein paar Autos und das wars. Sieht ein wenig wie im Film "I´m Legend" mit Will Smith aus. Wenn man soll will "We are Legend" hier.

Um die Depression nicht noch grösser werden zu lassen, machten wir uns auf den Rückweg zu Roberts Apartment. Wir entschieden uns erst nachts wieder zu kommen. Da solls dann auch ein paar echte Detroiter zu sehen geben. Irgendwie unheimlich.

Auf dem Rückweg wurde noch an einer Burgerbude angehalten um sich für das Nachtleben zu stärken. Da ich vom Mittagessen noch Randvoll war, verweigerte ich jegliche Nahrungsaufnahme, was sich später als gravierender Fehler herausstellte.

UND SO BEGANN DER ANFANG VON MEINEM ENDE!
Ab jetzt fasse ich mich in Stichpunkten, weil ich selbst, von dem Abend, auch nicht viel mehr in Erinnerung habe als Bildfetzen und wirres Zeug.
- Suche nach geeignetem Trinklokal wird gestartet. -->Irish Pub!
- Treffen unverhofft auf Frauentruppe, welche Junggesellinnenabschied feiert.
- "Peter Meter" wird an uns überreicht. Ziel: Schwanzvergleich mit Ehegatten?!? In Zoll?
- Barsuche (ohne Plan) geht weiter. Fast leere Kneipen schrecken ab!
- Dann stoßen wir auf eine gemütlich wirkende Bar. 5 Dollar Eintritt --> Schreckt ab!
- Als wir umdrehen wollten, pfiff uns der Gesichtsprüfer zurück. Wir können rein-->umsonst!
- Als wir drin waren, viel mir meine helle Hautfarbe doch etwas auf --> Quotenweisse ?
- Egal, Musik gut, Stimmung gut, Barangebot: Long Island IceTea 3 Dollar!!!
- Halleluja war der strong. Ein Zug am Strohhalm und es wurde direkt die Verbindung zwischen linker und rechter Gehirnhälfte gekappt!
- Ein kleines HandyVideo zeigt das Teiben in der Bar. Leider nicht unbedingt beste Qualität.
Kameramann Robert war HÖRBAR genau so rotze voll wie ich. 5 Cocktails später, unsere Hautfarbe und Tanzstill wurden immer schwärzer. Genauere Details bleiben aus Gründen der Menschenwürde unveröffentlicht! Die Leute waren echt locker drauf. Keine schiefen Blicke auf die einzigen Hellhäutigen! Vielleicht wars auch nur zu dunkel!?

--> QuickTime Player Movie, Fenster klein halten, dann erkennt man auch Gesichter!



Der Tag danach

Laut Erzählungen mussten wir auf dem Heimweg viermal ungeplant Stop machen! Wegen der frischen Luft und so. Außerdem wurden wir von einem Obdachlosen um 5 Dollar erleichtert.

Nun denn, Henry Ford Museum am Sonntag. Ein Technikmuseum mit allem was zu Land und zu Luft Personen befördert. Made by Ford. Siehet selbst!





Die alten Bauweisen haben meiner Meinung nach einfach mehr Charme!

Fahren durfte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.


Eine der größten Loks ihrer Zeit.


Batman, the beginning, nee! Des Ding gabs wirklich, mit Düsenantrieb.


Einfach weiter Bilder anschaun, der Tag lief irgendwie an mir vorbei.

VW Bus war auch dabei, k. A. warum. Der wär das Richtige zum Reisen.





Zum Schluß gings wieder nach Hause, der Sonne entgegen Richtung Westen


2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sersn Stoffl, wollt nur mal kurz danke sagen für Dein FreiPils *g* wir habens getrunken :-) Der Vatertag war fast wie immer nur a bissl agressiver. War a bissl schräg *lol*

Anonym hat gesagt…

Sauber Stefan lustiger Bericht !!
So müssen die Abende verlaufen...